GT-Preis (Vortrag) 2020 für Marja Kornhuber

Reorganisation von Adherens Junctions als Endpunkt zur Identifizierung östrogener Substanzen

Die Vermeidung unerwünschter gesundheitlicher Auswirkungen, die durch die Existenz hormonähnlich wirkender Substanzen (sogenannte Endokrine Disruptoren (ED)) in der Umwelt, in Lebensmitteln oder Konsumgütern verursacht werden können, ist von großer Bedeutung. Deshalb unterliegt die Herstellung und Vermarktung von EDs weltweit spezifischen und restriktiven Vorschriften. Die Identifizierung und Charakterisierung von EDs, wie beispielsweise von östrogenartig wirkenden Substanzen, erfordert derzeit häufig noch die Nutzung von Versuchstieren, da die meisten verfügbaren alternativen Testmethoden nur bestimmte mechanistische Ereignisse endokriner Aktivität abbilden.

Aus diesem Grund ist es wichtig, neue in-vitro Methoden mit funktionellen Endpunkten zu entwickeln, mit denen beispielsweise der Einfluss von Chemikalien auf die hormonabhängige Tumorbildung oder -progression untersucht werden kann. In unserem Zellkulturmodell haben wir festgestellt, dass der Östrogensignalweg die Organisation von Zell-Zell-Kontakten, den sogenannten Adherens Junctions (AJ), in menschlichen Brustkrebszellen beeinflusst. Die Hemmung dieses Signalweges, beispielsweise durch Behandlung mit Antiöstrogenen, führte zu einer Änderung der Verteilung des AJ Proteins E-Cadherin in der Zellmembran sowie zu einer deutlichen Reorganisation von AJs. Das Auftreten dieses Effektes korrelierte zudem mit einer Abnahme der Zellmotilität sowie einer Zunahme der Zelladhäsion und Zellsteifheit. Da diese Parameter auch häufig mit der Entwicklung von Brustkrebs in Verbindung gebracht werden, weist die östrogenabhängige Veränderung der AJs möglicherweise auch auf eine klinische Bedeutung hin.

Basierend auf diesen Erkenntnissen haben wir einen robusten High-Content-Screening-Assay entwickelt, der unter Verwendung von AJ-Reorganisation als funktionellem Endpunkt die Identifizierung östrogenartig wirkender Chemikalien ermöglicht. In diesem Assay wird eine humane Brustkrebszelllinie zusammen mit dem Antiöstrogen Fulvestrant und verschiedenen Konzentrationen der Testsubstanz behandelt, wobei eine dosisabhängige Verhinderung der AJ-Reorganisation auf eine östrogene Aktivität der Testsubstanz hinweist. Im Rahmen der Entwicklung des Assays konnte bereits die relative Aktivität von 17 Referenzsubstanzen korrekt bestimmt werden, was die hohe Aussagekraft des gewählten Endpunkts verdeutlicht. Während der folgenden Automatisierungsphase wurde der Assay für die Anwendung im Hochdurchsatzverfahren weiter optimiert und schließlich zum Screening einer Chemikalien-Bibliothek mit 440 toxikologisch relevanten Substanzen verwendet. Dabei wurden 22 östrogenartig wirkende Chemikalien identifiziert, deren EC50-Werte sehr gut mit den Ergebnissen des „Endocrine Disruptor Screening Program“ der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde (EPA) korrelierten. Darüber hinaus wurden 10 weitere Chemikalien identifiziert, für die bislang noch keine östrogenartige Wirkung nachgewiesen wurde.

In dieser Studie wurde somit ein neuartiger robuster und vor allem prädiktiver Screening-Assay zur Identifizierung und Charakterisierung von Chemikalien mit östrogenartiger Wirkung entwickelt, der auf einem funktionellen und möglicherweise klinisch relevanten Endpunkt beruht.

Zusammenfassung

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Bei der 15. Night of the Profs, der langen Vorlesungsnacht der Christian-Albrechts-Universität Kiel, unter dem Motto "Krise - Chance - Wandel" ist Professor Maser durch Zuschauerabstimmung für seinen Vortrag "Im Meer versenkte Weltkriegsmunition im Wandel – von der Umweltkrise zur Bergungschance?" zum Prof of the Night gewählt worden.

Jennifer Strehse erhält den Preis für ihre Forschung zu Munitionsaltlasten in der Ostsee. Dazu etablierte sie ein Biomonitoring mit Miesmuscheln. Mit Hilfe der aus dem Monitoring gewonnen Daten konnte sie erste Berechnungen vornehmen, ob der Mensch durch den Konsum von mit Sprengstoffen belasteten Meeresfrüchten gesundheitliche Schäden befürchten muss. Zudem entdeckte sie ein Gen in der Miesmuschel, das eine wichtige Rolle im Schutz vor oxidativem Stress spielt. Jennifer Strehse konnte zeigen, dass dieses Gen durch TNT verstärkt aktiviert wird und konnte somit weitere Hinweise auf die toxischen Eigenschaften von TNT liefern.

Stellungnahme der deutschen Gesellschaft für Toxikologie zur EU-Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit

Das Positionspapier in Deutsch und Englisch finden Sie unter folgendem Link:

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Siegfried G. Schäfer - Die Dosis macht das Gift

Diese Erkenntnis des Theophrastus Bombast von Hohenheim, besser bekannt unter dem Namen „Paracelsus“, führte im 16. Jahrhundert zu tiefgreifenden Veränderungen in der Medizin, da man seinerzeit auf den Einsatz von Naturstoffen – überwiegend auf pflanzlicher Basis – angewiesen war. Und bis heute lässt sich die Frage: „Welche Pflanze ist eine Heilpflanze und welche ist giftig?“ nicht immer leicht und eindeutig beantworten. Genau dort setzt Siegfried G. Schäfer, promovierter Pharmakologe und Toxikologe, mit diesem Buch an: Angereichert mit zahlreichen Anekdoten, nimmt er vom „Alpenveilchen“ bis zur „Zaunrübe“ 31 Pflanzen genau unter die Lupe, beschreibt sie mit allen Inhaltsstoffen und deren Wirkung und lässt die Leserschaft an vielfältigen historischen Beobachtungen teilhaben.

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Karsten Strey - Die Welt der Gifte

Egal, ob in der Haut des südamerikanischen Pfeilgiftfrosches, in der Tabakpflanze oder gar im Kochsalz in der Küche: Überall sind Stoffe mit Giftpotential vorhanden. Wie vor fast 500 Jahren gilt immer noch, dass die Dosis das Gift macht.

Diese 3. aktualisierte Auflage der Welt der Gifte klärt die Frage, ob es den perfekten Mord gibt und führt einmal quer durch die gesamte Chemie. Dabei werden auch so unterschiedliche Sachen wie die Bekämpfung der Corona-Pandemie durch Virustatika, die Rolle des Kohlendioxids beim Klimawandel oder Aspekte der Astrotoxikologie behandelt. Anhand der aus den LD50-Werten logarithmisch abgeleiteten pLD-Werte und der Gifte-Skala werden verschiedenste Gifte in ihrer Gefährlichkeit leicht vergleichbar gemacht.

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Kommentieren Sie die vorläufigen Ergebnisse von Priscus 2.0

Sie können die Ergebnisse der Delphi-Befragung einsehen: PIMs, nicht-PIMs und Wirkstoffe, die nicht eindeutig bewertet werden konnten. Bis zum 04.04.2021 steht Ihnen ein Kontaktformular für Rückmeldungen zur Verfügung.

Für weitere Informationen nutzen Sie bitte den folgenden Link: www.priscus2-0.de/...

GT AK Inhalationstoxikologie:

Fasern aus Einwegmasken weitgehend unbedenklich - Infektionsschutz überwiegt mögliche Risiken bei weitem.

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100 Jahre DGPT

Broschüre zum 100 Jährigen Bestehen der DPGT

100Jahre-DGPT.pdf

DFG: Neues toxikologisches Graduiertenkolleg an der HHU

Wie antworten menschliche Stammzellen und Vorläuferzellen mit Stammzelleigenschaften auf Schäden durch chemische Stoffe, die Änderungen im genetischen Material auslösen? Diese Frage erforscht das Graduiertenkolleg (GRK) „Einfluss von Genotoxinen auf die Differenzierungseffizienz muriner und humaner Stamm- und Progenitorzellen sowie die Funktionalität von daraus abgeleiteten differenzierten Zelltypen".

Pressemitteilung

Graduiertenkollegs 2578

IfADo liefert wegweisende Einblicke in die Funktionsweise der Leber

Mitteilung zur Veröffetnlichung Vartak, N. et al.: Intravital dynamic and correlative imaging reveals diffusion-dominated canalicular and flow-augmented ductular bile flux. Hepatology 2020. doi: 10.1002/hep.31422.

PM_Leberfunktionen.pdf

Übersichtsstudie zu gesundheitlichen Risiken des Frackings

PM_Fracking.pdf

Poster der GT auf der SOT-Tagung 2020

Society of Toxicology 59th Annual Meeting and ToxExpo, March 15–19, 2020, at Anaheim Convention Center, Anaheim, California, United States of America.
Poster

Toxikologie - 4. völlig neu bearbeitete Auflage

Dieses Standardwerk gibt kompetent und umfassend Antworten auf die wichtigen toxikologischen Fragen unserer Zeit.

Die vorliegende Auflage wurde vollständig neu gestaltet und aktualisiert, einige Kapitel wurden komplett neu geschrieben.

Das Buch ist unentbehrlich für alle, die wissenschaftlich fundierte, objektive Antworten in allen Bereichen der Toxikologie und des Umwelt- und Verbraucherschutzes geben wollen. Es liefert eine breite wissenschaftliche Basis für den Berufsalltag in Klinik, Forschung, Wirtschaft und Politik sowie für die Aus- und Weiterbildung.

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Neues Bulletin zur Arzneimittelsicherheit erschienen (Ausgabe 1/2020)

Informationen aus BfArM und PEI

Prävention und Management immunologischer Nebenwirkungen bei innovativen Therapieansätzen

im Rahmen des 4th German Pharm-Tox Summits in Stuttgart.

Zusammenfassung des Symposiums als PDF

Stellungnahme der Beratungskommission

Der aktuelle NO2-Grenzwert, im Zusammenhang mit Fahrverboten, ist wissenschaftlich plausibel.

Weitere Informationen finden Sie unter www.toxikologie.de/...

Positionspapier des Arbeitskreises zum Humanbiomonitoring


Humanbiomonitoring.pdf