Zum 90. Geburtstag von Prof. Dr. Karl Joachim Netter


Prof. Dr. Karl Joachim Netter wurde am 8. Februar 1929 in Kiel geboren. In Kiel hat er seine Jugend verbracht und seine schulische Ausbildung absolviert. Er studierte Medizin an den Universitäten in Kiel, Freiburg und Hamburg und wurde 1953 mit seiner Dissertation zum Thema "Analyse eines Modellsystems der biologischen Calciumwirkung" in Hamburg promoviert. Nach einem Praktikum von 1953-1954 in Atlantic City forschte er von 1954-1957 beim späteren Nobelpreisträger Feodor Lynen am Max-Planck-Institut für Zellchemie in München. Es folgten weitere Forschungsaufenthalte im Pharmakologischen Institut der Universität in Hamburg (1958-1966) sowie im "National Institute of Health", Bethesda (1960). Im Jahr 1963 habilitierte sich Netter mit der Habilitationsschrift "Untersuchungen über die Hemmung des oxydativen und hydrolytischen Arzneimittelstoffwechsels". Im Jahr 1967 wurde er in der Universität Mainz Abteilungsleiter der Chemischen Pharmakologie, aus welcher 1971 die Abteilung für Toxikologie entstand. Schließlich folgte Netter dem Ruf auf eine C4-Professur noch Marburg und leitete dort von 1976 bis 1994 als Direktor das Institut für Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Marburg.

Der Forschungsschwerpunkt von Netter war der Arzneimittelstoffwechsel und hier v.a. das Cytochrom P-450 System. Unter "insidern" wurde er auch "Dr. Metyrapon" genannt, weil er die Hemmwirkung von Metyrapon auf das Cytochrom P-450 System erforschte und hier den Katalysemechanismus als "mouse trap" beschrieb. Unter seiner Verantwortlichkeit entwickelten sich im Marburger Institut weitere Forschungsgebiete wie Arzneistoffkinetik, Kohlehydrat- und Ionentransport an Hefe-Membranvesikeln, intrazelluläre Calciumhomöostase und reduktiver Fremdstoff-Metabolismus (Aldo-Keto-Reduktasen, Kurzkettige Dehydrogenasen/Reduktasen). In diesem Zuge wurden im Institut neben analytischen und biochemischen Methoden auch Laboratorien für Zellkultur und Molekularbiologie eingerichtet. Seine Forschungsaktivitäten führten zu über 150 Originalpublikationen, sowie vielen Reviews, Kurzfassungen und eingeladenen Vorträgen. Er war stets auch ein gefragter "after dinner speaker" bei nationalen und internationalen Kongressen.

Karl Joachim Netter war Mitherausgeber des "Naunyn-Schmiedeberg’s Archives of Pharmacology" und der Zeitschrift Toxicology. Er erhielt im Jahr 2009 den Ehrenteller für 18 Jahre Herausgeberschaft "Toxicology". Im Rahmen seiner vielfältigen Aktivitäten als Berichterstatter, Mitglied und Präsident in zahlreichen Gremien war er von 1968 bis 1994 Mitglied und Vorsitzender der Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für Lebensmittelsicherheit, von 1981 bis 1992 Mitglied des "Scientific Committee on Food" der Europäischen Gemeinschaft, Präsident der deutschen Gesellschaft für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie (1970 - 1971), Präsident der Europäischen Gesellschaft für Biochemische Pharmakologie (1992 – 1994), Vorstandsmitglied und Schatzmeister der "International Union of Pharmacology" (IUPHAR), sowie Mitglied der Arbeitsgruppe des International Life Sciences Institute (ILSI).

Ihm zu Ehren etablierte die "International Society for the Study of Xenobiotics (ISSX) im Jahr 2008 die "Netter Lecture" als "Young Investigator Award", welcher alle 2 Jahre an herausragende Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet des Fremdstoffmetabolismus verliehen wird. Unter dem Dach der von Behring-Röntgen-Stiftung zur Förderung der Hochschulmedizin in Gießen und Marburg wurde in 2006 durch eine großzügige Spende von Karl Joachim und Petra Netter der Netter-Stiftungsfonds eingerichtet. Dieser umfasst u.a. die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern mit Stipendien und Reisebeihilfen. Als Emeritus war er weiterhin sehr aktiv und bekleidete wichtige Funktionen als Editor, Gutachter und Mitglied in nationalen und internationalen Gremien. 2002 veröffentlichte er die gesammelten Geschichten und Gedichte seinen Vaters Hans Netter.

Wir wünschen Herrn Prof. Dr. Karl Netter alles Gute zum 90. Geburtstag, sowie weiterhin viele glückliche und gesunde Jahre mit seiner Gemahlin Frau Prof. Dr. Dr. Petra Netter.

Prof. Dr. Edmund Maser

DFG bewilligt Sonderforschungsbereich zum Thema DNA-Reparatur und Genomstabilität


23. November 2018
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zum 1. Januar 2019 den neuen Sonderforschungsbereich (SFB) 1361 „Regulation of DNA Repair & Genome Stability“ ein. Neben der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), die die Sprecherschaft unter Prof. Dr. Helle Ulrich übernimmt, sind daran das Institut für Molekulare Biologie gGmbH Mainz (IMB), die Technische Universität Darmstadt, die Ludwig-Maximilians-Universität München, sowie die Goethe-Universität Frankfurt am Main beteiligt. Der interdisziplinäre Verbund wird Experten in Strukturbiologie, Organischer und Biochemie, Zell- und Molekularbiologie sowie in genetischer Toxikologie zusammenführen. Zunächst wird der SFB für die erste Förderperiode von vier Jahren mit rund 10 Millionen Euro gefördert. Durch seine Forschung soll er einen Beitrag zu unserem Verständnis leisten, wie die unterschiedlichen DNA-Reparatursysteme die Stabilität des Genoms und der in ihm enthaltenen Informationen gewährleisten.

Im Schnitt entstehen pro Tag etwa 10.000 Schäden im Erbgut jeder Zelle unseres Körpers—und jeder dieser Schäden kann prinzipiell zu einer Veränderung (Mutation) werden, die zur Entstehung von Krebs oder vorzeitigem Altern führt. Um dies zu verhindern und die gewaltige Menge an Schäden zu reparieren, verfügen Zellen über eine Reihe von Reparaturmechanismen, die unser Genom schützen. Diese besser zu verstehen—wie sie reguliert werden und zusammenwirken, um Schäden zu beheben—ist Ziel des nun geförderten SFBs.

DNA-Schäden können durch Umwelteinflüsse wie Strahlung und bestimmte Chemikalien entstehen. Sie kommen aber auch durch den normalen Stoffwechsel einer Zelle zustande, infolge dessen immer wieder reaktionsfreudige Moleküle entstehen, die unsere DNA schädigen. Diese Schäden können die Speicherung, das Kopieren und das Ablesen der Erbinformation behindern. Der Zelle stehen jedoch eine Vielzahl von Mechanismen zum Schutz und zur Reparatur ihres Erbguts zur Verfügung.

Das Zusammenspiel dieser Mechanismen bestimmt maßgeblich das Schicksal einer Zelle: es reguliert die Balance zwischen Zelltod und dem Überleben der Zelle, aber auch die zwischen der fehlerfreien Behebung eines Schadens und dem Entstehen einer Mutation. Die DNA-Reparatur kann daher die Krebsentstehung sowohl fördern als auch verhindern. Sie trägt zu den zytotoxischen Effekten von Krebstherapien bei, die Zellen abtöten, aber auch zur Resistenz von Krebszellen gegenüber Therapien. Im größeren Zusammenhang beeinflussen Mechanismen zum Erhalt der Genomstabilität auch die Evolution, da sie die genetische Vielfalt erhöhen, auf die sich die natürliche Selektion stützt. Darüber hinaus dient die DNA-Reparatur nicht nur dem Schutz unseres Erbgutes, sondern wird auch zur Regulation der Aktivität von Genen herangezogen.

Ziel des SFBs ist es zu erforschen, welche Quellen der Genominstabilität es gibt und was ihre biologischen Auswirkungen sind, über welche Signalwege DNA-Schäden detektiert werden, und mit welchen Mechanismen Zellen sich gegen sie schützen. Weiterhin wird der SFB untersuchen, wie die verschiedenen DNA-Reparaturwege reguliert und die wechselseitigen Beziehungen zwischen ihnen kontrolliert werden. Dabei kommen neueste Ansätze in Mikroskopie, Proteomik und Genomik sowie aktuelle Methoden zur Erkennung und Quantifizierung von DNA-Schäden und der DNA-Reparatur zum Einsatz.

Pressekontakt für weitere Informationen
Dr. Ralf Dahm, Direktor Wissenschaftsmanagement
Institut für Molekulare Biologie gGmbH (IMB), Ackermannweg 4, 55128 Mainz
Telefon: +49 (0) 6131 39 21455
Fax: +49 (0) 6131 39 21421
E-Mail: press@imb.de

Weitere Informationen können Sie der PDF entnehmen: PR_SFB_Genome_Stability_IMB_23-11-2018.pdf

Liebe GT-Mitglieder,

die Deutsche Gesellschaft für Toxikologie schrieb zwei Reisestipendien über jeweils 1.500 Euro für die aktive Teilnahme von Nachwuchswissenschaftler/innen der GT am Kongress IUTOX ICTXV vom 15. bis zum 18. 07. 2019 in Honolulu, Hawaii, aus.

Wir gratulieren folgenden zwei Gewinnern im Namen der Gesellschaft für Toxikologie und wünschen Ihnen eine gute Reise:

  • Herr Hauke Reimann, Institut für Pharmakologie und Toxikologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
  • Frau Dr. Katrin Hochrath, IUF - Leibniz Institut für umweltmedizinische Forschung, Düsseldorf

Herzlichen Dank für alle Einsendungen und beste Grüße,
i.A. Heidi Pretorius

"Alle Ding' sind Gift
und nichts ohn' Gift;
allein die Dosis macht,
das ein Ding' kein Gift ist."

Paracelsus (1493-1541)

Willkommen auf der Internetseite der Gesellschaft für Toxikologie (GT). Die Gesellschaft für Toxikologie möchte eine stetige Verbesserung der Gesundheit von Mensch und Tier und deren Umwelt erreichen.

Stellenangebote

Interessante Stellenangebote finden Sie unter folgendem Link: www.toxikologie.de/...

Neues Bulletin zur Arzneimittelsicherheit erschienen (Ausgabe 1/2019)

Informationen aus BfArM und PEI

Prävention und Management immunologischer Nebenwirkungen bei innovativen Therapieansätzen

im Rahmen des 4th German Pharm-Tox Summits in Stuttgart.

Zusammenfassung des Symposiums als PDF

Stellungnahme der Beratungskommission

Der aktuelle NO2-Grenzwert, im Zusammenhang mit Fahrverboten, ist wissenschaftlich plausibel.

Weitere Informationen finden Sie unter www.toxikologie.de/...

Poster der GT auf der SOT-Tagung 2019

Society of Toxicology 58th Annual Meeting and ToxExpo, March 10–14, 2018, in Baltimore
Poster

DFG bewilligt Sonderforschungsbereich zum Thema DNA-Reparatur und Genomstabilität

Weitere Informationen können Sie der PDF-Datei entnehmen.

Positionspapier des Arbeitskreises zum Humanbiomonitoring


Humanbiomonitoring.pdf