Nachruf Prof. Dr. Georg Friedrich Kahl


Am 1. Februar 2019 verstarb Herr Professor Georg Friedrich Kahl, langjähriger Direktor der Abteilung für Toxikologie am Zentrum für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Göttingen.

Georg Friedrich Kahl wurde am 21. Oktober 1936 in Potsdam geboren. Er studierte von 1955 bis 1964 Humanmedizin und Psychologie in Hamburg und Tübingen. Nach der Approbation 1961 wurde er 1966 bei Karl Joachim Netter in Hamburg mit einer pharmakologisch-toxikologischen Dissertation ("Untersuchungen zum Sauerstoffverbrauch isolierter Peritonealmastzellen der Ratte während der Histaminfreisetzung durch Substanz 48/80") zum Dr. med. promoviert. Nach erfolgreich abgeschlossener Weiterbildung zum Arzt für Pharmakologie und Toxikologie habilitierte er sich 1971 bei Gustav Kuschinsky an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sein Forschungsinteresse galt dem Fremdstoffwechsel und der funktionellen Verknüpfung mit Schädigung der DNA. So war er war in mehreren Forschungsaufenthalten am National Health Institute Bethesda, Washington DC USA an den grundlegenden Arbeiten zur Entdeckung des Ah-Rezeptors beteiligt. 1985 folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für Pharmakologie und Toxikologie II (später Lehrstuhl für Toxikologie) an die Georg-August-Universität Göttingen, wo er eine produktive wissenschaftliche Abteilung aufbaute.

Zusätzlich etablierte er in seiner Abteilung das Labor für Klinisch-toxikologische Analytik auf hohem und modernem technisch-apparativen Niveau, das bis heute eine bedeutsame Rolle für die Diagnostik von Vergiftungen in der Krankenversorgung der Universitätsmedizin Göttingen und weit darüber hinaus spielt.

1996 etablierte er, ebenfalls in der Abteilung Toxikologie und mit enger Anbindung die dortigen wissenschaftliche Arbeitsgruppen und an das klinisch-toxikologisch Labor das Giftinformationszentrum-Nord der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein (GIZ-Nord). Das GIZ-Nord entwickelte sich unter seiner Leitung zum Kompetenzzentrum für alle klinisch-toxikologische Fragen für die norddeutschen Trägerländer. Es konnte sich im Kreis der deutschen und europäischen Giftinformationszentren als junges Zentrum, das nicht wie traditionell üblich aus einer Klinik, sondern aus einer toxikologischen Abteilung entstand, fest etablieren. Das GIZ-Nord und das klinisch-toxikologische Labor waren unter Leitung von Prof. Kahl an einer Vielzahl wissenschaftlicher Projekte auf nationaler und europäischer Ebene beteiligt. Der Aufbau eines toxikologischen Zentrums mit enger Verzahnung von experimenteller, analytischer und klinischer Toxikologie ist Georg Friedrich Kahls besonderes Verdienst und bleibt bis heute außergewöhnlich.

Sein großes Engagement für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses ließ ihn die Aufgabe als Vertrauensdozent für die Studierenden der Studienstiftung annehmen. Er hat über mehrere Jahrzehnte Stipendiaten aller Disziplinen begleitet und in Sommmerakademien ideell gefördert. Eine große Zahl von Doktoranden und Habilitanden zeugen von seiner Begabung, Nachwuchswissenschaftler für die Toxikologie zu begeistern. Auch nach seiner Pensionierung beteiligte er sich mit großer Freude unterrichtend im GT-Weiterbildungskurs "Klinische Toxikologie".

Die Gesellschaft verliert mit Herrn Prof. Kahl einen prominenten Vertreter des Faches. Wir werden sein Andenken in Ehren halten.

Herbert Desel, Heidi Foth, Ursula Gundert-Remy

DFG bewilligt Sonderforschungsbereich zum Thema DNA-Reparatur und Genomstabilität


23. November 2018
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zum 1. Januar 2019 den neuen Sonderforschungsbereich (SFB) 1361 „Regulation of DNA Repair & Genome Stability“ ein. Neben der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), die die Sprecherschaft unter Prof. Dr. Helle Ulrich übernimmt, sind daran das Institut für Molekulare Biologie gGmbH Mainz (IMB), die Technische Universität Darmstadt, die Ludwig-Maximilians-Universität München, sowie die Goethe-Universität Frankfurt am Main beteiligt. Der interdisziplinäre Verbund wird Experten in Strukturbiologie, Organischer und Biochemie, Zell- und Molekularbiologie sowie in genetischer Toxikologie zusammenführen. Zunächst wird der SFB für die erste Förderperiode von vier Jahren mit rund 10 Millionen Euro gefördert. Durch seine Forschung soll er einen Beitrag zu unserem Verständnis leisten, wie die unterschiedlichen DNA-Reparatursysteme die Stabilität des Genoms und der in ihm enthaltenen Informationen gewährleisten.

Im Schnitt entstehen pro Tag etwa 10.000 Schäden im Erbgut jeder Zelle unseres Körpers—und jeder dieser Schäden kann prinzipiell zu einer Veränderung (Mutation) werden, die zur Entstehung von Krebs oder vorzeitigem Altern führt. Um dies zu verhindern und die gewaltige Menge an Schäden zu reparieren, verfügen Zellen über eine Reihe von Reparaturmechanismen, die unser Genom schützen. Diese besser zu verstehen—wie sie reguliert werden und zusammenwirken, um Schäden zu beheben—ist Ziel des nun geförderten SFBs.

DNA-Schäden können durch Umwelteinflüsse wie Strahlung und bestimmte Chemikalien entstehen. Sie kommen aber auch durch den normalen Stoffwechsel einer Zelle zustande, infolge dessen immer wieder reaktionsfreudige Moleküle entstehen, die unsere DNA schädigen. Diese Schäden können die Speicherung, das Kopieren und das Ablesen der Erbinformation behindern. Der Zelle stehen jedoch eine Vielzahl von Mechanismen zum Schutz und zur Reparatur ihres Erbguts zur Verfügung.

Das Zusammenspiel dieser Mechanismen bestimmt maßgeblich das Schicksal einer Zelle: es reguliert die Balance zwischen Zelltod und dem Überleben der Zelle, aber auch die zwischen der fehlerfreien Behebung eines Schadens und dem Entstehen einer Mutation. Die DNA-Reparatur kann daher die Krebsentstehung sowohl fördern als auch verhindern. Sie trägt zu den zytotoxischen Effekten von Krebstherapien bei, die Zellen abtöten, aber auch zur Resistenz von Krebszellen gegenüber Therapien. Im größeren Zusammenhang beeinflussen Mechanismen zum Erhalt der Genomstabilität auch die Evolution, da sie die genetische Vielfalt erhöhen, auf die sich die natürliche Selektion stützt. Darüber hinaus dient die DNA-Reparatur nicht nur dem Schutz unseres Erbgutes, sondern wird auch zur Regulation der Aktivität von Genen herangezogen.

Ziel des SFBs ist es zu erforschen, welche Quellen der Genominstabilität es gibt und was ihre biologischen Auswirkungen sind, über welche Signalwege DNA-Schäden detektiert werden, und mit welchen Mechanismen Zellen sich gegen sie schützen. Weiterhin wird der SFB untersuchen, wie die verschiedenen DNA-Reparaturwege reguliert und die wechselseitigen Beziehungen zwischen ihnen kontrolliert werden. Dabei kommen neueste Ansätze in Mikroskopie, Proteomik und Genomik sowie aktuelle Methoden zur Erkennung und Quantifizierung von DNA-Schäden und der DNA-Reparatur zum Einsatz.

Pressekontakt für weitere Informationen
Dr. Ralf Dahm, Direktor Wissenschaftsmanagement
Institut für Molekulare Biologie gGmbH (IMB), Ackermannweg 4, 55128 Mainz
Telefon: +49 (0) 6131 39 21455
Fax: +49 (0) 6131 39 21421
E-Mail: press@imb.de

Weitere Informationen können Sie der PDF entnehmen: PR_SFB_Genome_Stability_IMB_23-11-2018.pdf

Liebe GT-Mitglieder,

die Deutsche Gesellschaft für Toxikologie schrieb zwei Reisestipendien über jeweils 1.500 Euro für die aktive Teilnahme von Nachwuchswissenschaftler/innen der GT am Kongress IUTOX ICTXV vom 15. bis zum 18. 07. 2019 in Honolulu, Hawaii, aus.

Wir gratulieren folgenden zwei Gewinnern im Namen der Gesellschaft für Toxikologie und wünschen Ihnen eine gute Reise:

  • Herr Hauke Reimann, Institut für Pharmakologie und Toxikologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
  • Frau Dr. Katrin Hochrath, IUF - Leibniz Institut für umweltmedizinische Forschung, Düsseldorf

Herzlichen Dank für alle Einsendungen und beste Grüße,
i.A. Heidi Pretorius

"Alle Ding' sind Gift
und nichts ohn' Gift;
allein die Dosis macht,
das ein Ding' kein Gift ist."

Paracelsus (1493-1541)

Willkommen auf der Internetseite der Gesellschaft für Toxikologie (GT). Die Gesellschaft für Toxikologie möchte eine stetige Verbesserung der Gesundheit von Mensch und Tier und deren Umwelt erreichen.

Stellenangebote

Interessante Stellenangebote finden Sie unter folgendem Link: www.toxikologie.de/...

Prävention und Management immunologischer Nebenwirkungen bei innovativen Therapieansätzen

im Rahmen des 4th German Pharm-Tox Summits in Stuttgart.

Zusammenfassung des Symposiums als PDF

Stellungnahme der Beratungskommission

Der aktuelle NO2-Grenzwert, im Zusammenhang mit Fahrverboten, ist wissenschaftlich plausibel.

Weitere Informationen finden Sie unter www.toxikologie.de/...

Poster der GT auf der SOT-Tagung 2019

Society of Toxicology 58th Annual Meeting and ToxExpo, March 10–14, 2018, in Baltimore
Poster

DFG bewilligt Sonderforschungsbereich zum Thema DNA-Reparatur und Genomstabilität

Weitere Informationen können Sie der PDF-Datei entnehmen.

Pressemitteilung

Toxikologen warnen: Gesundheits- und Umweltschutz in Gefahr; Fachgesellschaft beklagt Mangel an Ausbildungsplätzen
PDToxGes2015.pdf

Positionspapier des Arbeitskreises zum Humanbiomonitoring


Humanbiomonitoring.pdf